Praxis

Die Praxis der Weiterbildung Assistenzhundetrainer/in (INDI-Konzept)

Die Theorie der Weiterbildung Assistenzhundetrainer (INDI-Konzept) Die Theorie der Weiterbildung Assistenzhundetrainer (INDI-Konzept)

Das Motto in Sachen Praxiserfahrung: viel hilft viel

Im Rahmen Ihrer Weiterbildung zum Assistenzhundetrainer an der ATN absolvieren Sie 2 Praktika und 3 Praxisseminare. Begleitend zu den Skripten bearbeiten Sie zahlreiche Hausaufgaben mit hohem Praxisbezug. Die Hausaufgaben werden von der Lehrgangsleitung ausgewertet; entsprechend erhalten Sie jeweils individuelles Feedback. Sie können bei der Bearbeitung der Hausaufgaben nichts "falsch" machen oder "durchfallen", denn wenn Sie sich im Lehrgang befinden, sind Sie alle nachweislich erfahren im Hundetraining – und uns kommt es darauf an, dass Sie lernen und nicht darauf, dass Sie beweisen, dass Sie schon alles können. Für uns gilt hier die Devise: "Der Fehler ist ein Helfer – er wird schließlich auch aus denselben Buchstaben gemacht".

Das Praktikum 1

Praktikum 1 beschäftigt sich mit der Lebensumwelt von Menschen mit Beeinträchtigung. Im Zuge dieses Praktikums setzen Sie sich mit dem Alltag eines oder mehrerer beeinträchtigter Menschen und den sich aus der/den Beeinträchtigung/en ergebenden Herausforderungen auseinander.

Das Praktikum 1 unterteilt sich dabei in 3 Teile bzw. Phasen:

  • In Phase 1 absolvieren Sie eine Hospitation oder ein Praktikum von mindestens 10 Stunden Dauer in einer Einrichtung ihrer Wahl.
  • In Phase 2 stellen Sie sich einem "Selbstversuch", wobei Sie aufgefordert sind, sich selbst "zu beeinträchtigen". 1 bis 2 Tage lang sollen Sie Ihren gesamten Alltag beispielsweise im Rollstuhl, unter Verwendung eines Rollators, mit einer auf den Rücken gebundenen Hand, einer Dunkelbrille oder Kapselgehörschützern verbringen oder Ihren gesamten Tagesablauf nach einem extrem engmaschigen Zeitplan an die Einnahme von Medikamenten, die Kontrolle bestimmter körperlicher Parameter oder fester Essensrhythmen nebst strengem Diätplan leben. Für Phase 1 und Phase 2 können Sie entweder jeweils dieselbe/n Beeinträchtigung/en wählen, sodass Sie die Situation Betroffener aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachten können oder verschiedene Beeinträchtigungen wählen.
  • In Phase 3 verfassen Sie einen Praktikumsbericht und schildern in Form eines Essays ihre ganz persönlichen Erfahrungen, Erkenntnisse, Überraschungen und Herausforderungen aus den Praktikumstagen.
Praktikum - Weiterbildung Assistenzhundetrainer
Selbstversuch - Weiterbildung Assistenzhundetrainer
Praktikumsbericht - Weiterbildung Assistenzhundetrainer

Wichtig:
Für das Praktikum 1 geben wir nur eine relativ übersichtliche Anzahl an Pflichtstunden vor, wissend, dass Sie die Weiterbildung nebenberuflich absolvieren. Wir empfehlen Ihnen dennoch dringend, mehrere Einrichtungen zu besuchen und auch mehrere Selbstversuche mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen zu realisieren – also auch mehr als die vorgeschriebene Mindeststundenzahl ins Praktikum zu investieren. Als Kombi-Schüler können Sie sich auch gern schon während Ihrer Hundetrainer-Ausbildung dem Praktikum widmen und den Kontakt zur Lehrgangsleitung Assistenzhundetrainer suchen.

Das Praktikum 2

Praktikum 2 beschäftigt sich mit dem Training von Assistenzaufgaben. Für Sie geht es nun darum, Ihre Fähigkeiten als Hundetrainer in Bezug auf das spezifische Training von Assistenzaufgaben herauszubilden, zu vertiefen und zu verbessern.

Dafür wählen Sie in Absprache mit der Lehrgangsleitung 3 Assistenzaufgaben aus den Kerngebieten von Beeinträchtigungen aus, für die Sie sich besonders interessieren. Es soll sich dabei um komplexe Aufgaben handeln, die über einen längeren Zeitraum trainiert werden müssen. In Ihrem persönlichen Umfeld suchen Sie sich einen Trainingspartner – dieser kann ein Mensch mit Beeinträchtigung sein, muss aber nicht. Wählen Sie einen nicht beeinträchtigten Trainingspartner, sind Sie aufgefordert, diesen "künstlich" zu beeinträchtigen, ggf. unter Zuhilfenahme der bereits oben beispielhaft genannten Utensilien (Rollstuhl, Dunkelbrille, Gehörschutz etc.).

Nun leiten Sie den wirklich oder "künstlich" beeinträchtigten Trainingspartner beim Training der ausgewählten Assistenzaufgaben an und dokumentieren die verschiedenen Trainingsstadien und -fortschritte auf Video. Die Videos reichen sie abschließend bei der Lehrgangsleitung ein.

Praktikum 1 und Praktikum 2 können während des gesamten Ausbildungsverlaufes absolviert werden. Sie dürfen parallel vorgenommen werden. Hier lernen Sie das wichtigste Rüstzeug für den Umgang mit Ihren Klienten und für das Einschätzen von Trainingsmöglichkeiten und Assistenzbedarf. Anders als sonst oft im Leben ist hier nicht weniger mehr, sondern tatsächlich mehr mehr!

Die Lehrgangsleitung wertet sowohl das Essay aus Praktikum 1 als auch die Videos individuell aus und gibt Feedback. Die Absolvierung der Praktika wird jeweils in der Bürodatenbank der ATN dokumentiert.

Die Praxisseminare

Der Lehrgang Assistenzhundetrainer/in (INDI-Konzept) beinhaltet 3 Praxisseminare, in denen verschiedene Arten von Beeinträchtigungen, entsprechende Kern-Assistenzaufgaben und das Anleiten derselben thematisiert werden. Die Praxisseminare sind obligatorisch und erstrecken sich über jeweils 3 Tage. Die Teilnahme steht Ihnen offen, wenn Sie die thematisch entsprechenden Skripte vollständig bearbeitet haben, einschließlich der darin gestellten Hausaufgaben. Mit diesen bereiten Sie sich nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch auf die Seminare vor. Das gewährleistet für Sie maximale Lernausbeute.

Sie sind eingeladen, zu allen Seminaren Ihren eigenen Hund als Trainingspartner kostenlos mitzubringen. Könnte Ihr eigener Hund nicht an einem Seminar teilnehmen, kann Ihnen vor Ort ein geeigneter "Leihhund" zur Verfügung gestellt werden.

Seminar 1 beschäftigt sich thematisch mit:

  • Assistenzhunden für Menschen mit einer Beeinträchtigung des Gehörs
  • Assistenzhunden für Menschen mit Diabetes, Epilepsie, schweren Allergien

Seminar 2 beschäftigt sich thematisch mit:

  • Assistenzhunden für Menschen mit psychischen Erkrankungen
  • Assistenzhunden für Menschen mit Autismus

Seminar 3 beschäftigt sich thematisch mit:

  • Assistenzhunden für lebenspraktische Fähigkeiten
  • Assistenzhunden für Menschen mit einer Beeinträchtigung des Sehsinns

Die Praxisseminare widmen sich jeweils spezifisch für die entsprechenden Beeinträchtigungen folgenden Themen:

  • Besprechung der eingesendeten Hausaufgaben
  • Tierschutz im Assistenzhundetraining
  • Feststellung der Kernaufgaben für die jeweilige Beeinträchtigung
  • Vorbereitung der Entscheidungsfindung in Zusammenarbeit mit dem Klienten, welches die für ihn relevanten Kernaufgaben sind bzw. sein können
  • praktisches Training mit dem eigenen Hund oder, wenn dies nicht möglich ist, mit einem "Leihhund": komplexe Assistenzaufgaben trainieren und anleiten
  • Fallarbeit in Gruppen: 2 bis 4 Teilnehmer bilden eine Gruppe. Jede Gruppe erhält Fallgeschichten, die die Teilnehmer gemeinsam erarbeiten sollen. Einer der Teilnehmer übernimmt dabei die Rolle des Menschen mit Beeinträchtigung (unter Verwendung entsprechender Hilfsmittel, wie Rollstuhl, Rollator, Dunkelbrillen etc.). Die anderen Gruppenmitglieder übernehmen die Aufgabe der Assistenzhundetrainer.
    • Hierbei stehen folgende Themen im Vordergrund:
    • mit dem Klienten Aufgaben definieren,
    • Trainingspläne entwerfen,
    • die Übungen praktisch anleiten und unterstützen.

Dabei geht es zum einen darum, die didaktischen Fähigkeiten der Lehrgangsteilnehmer zu entwickeln und auszubauen, zum anderen um die Weiterentwicklung ihrer grundsätzlichen Fähigkeiten als Hundetrainer. Zum anderen werden der Umgang, die Kommunikation und der gelebte Inklusionsgedanke erarbeitet und geübt.

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