Rechtsgrundlagen

Rechtsgrundlagen für die Arbeit des Hundeverhaltenstherapeuten

Rechtsgrundlagen für die Arbeit des Hundeverhaltenstherapeuten Matthias Krüttgen, DollarPhotoClub

Hundeverhaltenstherapeuten in Deutschland: Welche rechtlichen Regelungen sind zu beachten?

Seit August 2014 bedürfen auch gewerblich tätige Hundeverhaltenstherapeuten einer behördlichen Erlaubnis, wenn sie für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung von Hunden durch die Besitzer anleiten. Das bestimmt § 11 Abs. 1 Nr. 8 (f) TierSchG. Tatsächlich werden nicht alle Praktizierenden erfasst, denn diejenigen, die sich beispielsweise in einem Angestelltenverhältnis befinden, ehrenamtlich in Vereinen arbeiten oder nachweisen können, dass sie ohne Gewinnerzielungsabsicht tätig sind (Hundetraining als Hobby), dürfen auch ohne behördliche Genehmigung und damit unkontrolliert Hundeverhaltenstherapie anbieten.

Dass auch Hundeverhaltenstherapeuten unter den Regelungsbereich des § 11 fallen, liegt an der Definition des Ausbildungsbegriffs. Ausbildung ist definiert als „jede Einwirkung auf ein Tier, die es zum Erlernen einer bestimmten Verhaltensweise oder eines Gefüges von Verhaltensweisen veranlasst“, unter „Ausnutzung seiner Lernfähigkeit und seines Vermögens, Umweltvorgänge artbezogen zu verstehen“. Die Veränderung von Verhalten im Rahmen der Hundeverhaltenstherapie beruht vielfach auf Lernen. Deshalb ist darin eine „Ausbildung“ des Hundes im weitesten Sinne gegeben.

Die meisten Veterinärämter im Bundesgebiet erteilen den von der ATN ausgebildeten Hundeverhaltenstherapeuten ohne weitere Nachweise eine § 11 Genehmigung. Die Umsetzung von § 11 erfolgt bundesweit dennoch höchst unterschiedlich. Bundeseinheitlich geregelt ist und wird sie nicht. Deshalb bereiten wir Sie in der Hundeverhaltenstherapie-Ausbildung auch auf die Zertifizierung vor einer Tierärztekammer vor.

Bereits der Fernlehrgang Hundeverhaltensberatung berücksichtigt sämtliche Inhalte, die bei der Zertifizierung vor einer Tierärztekammer abgefragt werden können, geht aber weit darüber hinaus. Wichtig ist dennoch, vor einer Tierärztekammer-Zertifizierung nicht nur den Fernlehrgang zu absolvieren, sondern auch sicherzustellen, dass Sie praktisches Hundetraining beherrschen. Die ATN bietet hierzu zahlreiche Seminare an.

Vom Ablauf her entspricht die Prüfung vor einer Tierärztekammer unserer Hundetrainer-Prüfung. Auch diese wird in den meisten Bundesländern für § 11 anerkannt, sodass es empfehlenswert sein kann, den Lehrgang Hundeverhaltensberatung aufbauend auf die Hundetrainer Ausbildung zu absolvieren. Beide Lehrgänge ergänzen sich modular. Wenn Sie nähere Fragen

dazu haben, beraten wir Sie gern!

Hundeverhaltenstherapeuten in der Schweiz: Brauchen sie den SKN?

Wer in der Schweiz einen Hund erwirbt, ist von Gesetzes wegen verpflichtet, den Sachkundenachweis Hund (SKN) zu erwerben. Den SKN dürfen nur solche Hundetrainer vornehmen, die ihre Ausbildung bei einer Ausbildungsstätte absolviert haben, die vom Schweizer Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) als Ausbildungsstätte für Hundetrainer anerkannt wurde. Die ATN besitzt diese Anerkennung in Bezug auf die Hundetrainer Ausbildung. Als Hundeverhaltenstherapeut dürfen Sie jedoch in fast allen Kantonen der Schweiz auch dann arbeiten, wenn Sie keine SKN-Berechtigung besitzen. Diese brauchen Sie zumeist nur, wenn Sie auch als Hundeverhaltenstherapeut SKN-Kurse für Ersthundehalter anbieten möchten. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, zunächst die ATN Hundetrainer Ausbildung zu absolvieren und sich darauf aufbauend mit dem Lehrgang Hundeverhaltenstherapie weiterzubilden. Beide Lehrgänge sind modular kompatibel, sodass Sie Zeit und Kosten sparen.

Hundeverhaltenstherapie in Österreich: Arbeiten mit Gütesiegel

Hundeverhaltenstherapeuten, die u.a. mindestens zwei Jahre Berufspraxis nachweisen, haben die Möglichkeit, über eine Prüfung das Gütesiegel „Tierschutzqualifizierte Hundetrainerin“ bzw. „Tierschutzqualifizierter Hundetrainer“ zu erwerben. Über den Fernlehrgang Hundeverhaltensberatung bereiten sich Hundeverhaltenstherapeuten auf diese Prüfung vor. Hier sind alle Bereiche, die für die Qualifikation nachgewiesen werden müssen, abgedeckt – sie gehen nur weit über die Mindestanforderungen hinaus. Um auch für den praktischen Teil der Prüfung zum „Tierschutzqualifizierten Hundetrainer“ gut vorbereitet zu sein, empfehlen wir die Teilnahme an den 10 Pflichtseminaren der Hundetrainer Ausbildung.

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