Tiertrainer

Tiertrainer Berufsbild

Tiertrainer Berufsbild Tiertrainer Berufsbild

Berufsbild Tiertrainer

Tiere im Zoo - notwendiges Übel oder Chance? Enrichment? Medical Training? Stressfreier Umgang mit Wildtieren? Tiere in der Werbung, im Fernsehen oder Kino? Papageien und Kaninchen in der Tiergestützten Arbeit? Non-invasive Versuche mit Tieren? Choice Based Training? Gewaltfreies Training mit allen erdenklichen Tierarten? Wissenstransfer? Paradigmenwechsel im Umgang mit Tieren? Ethik und Tierschutz?

Ganz gleich, ob Sie bereits Tierpfleger sind, sich für das Training und die Beschäftigung mit den unterschiedlichsten Tieren interessieren oder schon immer mal wissen wollten, warum ein Schweinchen so erfolgreich Schafe hüten konnte und ein Labradorwelpe fünf Clydsdale Elefants zum Freund haben kann.

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen rund um den Tiertrainer:

Tiertrainer Definition
Tiertrainer Themen

Tiertrainer Berufsbild Definition / Beschreibung

Der Tiertrainer trainiert berufsmäßig Tiere für verschiedene Zwecke und Aufgaben. Zu seinem Kunden zählen beispielsweise Erlebnishöfe, Zoos, Tierparks, Tierpflegestationen, Veterinärmediziner, Tierverhaltensberater, Einrichtungen für Tiergestützte Arbeit, Filmproduzenten und Werbeagenturen sowie und eine stetig wachsende Zahl an Tierhalter von Haus-, Heim-, Wild- und Nutztieren, die aus unterschiedlichsten Gründen das Training ihrer Tiere wünschen.

Dem Tiertrainer ist es möglich, mit allen erdenklichen Tierarten zu trainieren, da er dank breitgefächerten ethologischen und lerntheoretischen Wissens im Stande ist, seine Trainingswerkzeuge flexibel an die jeweiligen Anforderungen anzupassen.

Diese Kompetenzen würden es auch ermöglichen Hunde zu trainieren. Die besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen ebenso wie die besonderen Anforderungen in Bezug auf die Ausbildung und Zulassung als Hundetrainer haben jedoch dazu geführt, dass sich der Hundetrainer als eigenständiger, vom Tiertrainer unabhängiger Berufszweig herausgebildet hat.

Auch wenn der Tiertrainer grundsätzlich mit allen Tierarten arbeiten kann, bildet sich bei vielen Trainern eine Spezialisierung auf eine bestimmte Tiergattung oder -art oder ein bestimmtes Aufgabenfeld heraus (z. B. auf Vögel, aquatische Tiere oder auch auf Tiere, die im Bereich der Tiergestützten Arbeit eingesetzt werden).

Historisch betrachtet existiert Tiertraining, seitdem Tiere in menschlicher Obhut leben; denn die Kooperationsbereitschaft und damit auch die Trainierbarkeit der Tiere war ohne Zweifel bereits maßgebend bei der „Zuchtauswahl“ im Zuge der Domestikation.

Gerade zu Beginn des Tiertrainings, aber auch noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein, galt Tiertraining eher als Handwerk und setzte keine umfassende theoretische Ausbildung des Trainers voraus. Die Arbeit war sowohl dem Zeitgeist als auch dem Verwendungszweck unterworfen, während die Bedürfnisse und Lebensqualität der Tiere kaum eine Rolle spielten. Die Tiere wurden primär mit dem Ziel zur Schau gestellt, die Überlegenheit des Menschen über die Natur und seine Fähigkeit, diese zu beherrschen, zu demonstrieren. So waren Gewalt und Missachtung der Würde der Tiere durchaus akzeptierte Trainingsmethoden.

Betrachtet man die Arbeit des modernen Tiertrainers, stellt man fest, dass sich ein völliger Paradigmenwechsel vollzogen hat. Tierschutz, Ethik und die Befindlichkeitsforschung geben nun den Rahmen seiner Tätigkeiten vor. Ziel ist es heute, mit den Tieren entsprechend ihren Bedürfnissen in einer möglichst entspannten und stressfreien Umgebung zu trainieren und so den Tieren Freude an der Zusammenarbeit mit dem Menschen zu vermitteln.

Umfangreiche wissenschaftliche Studien zum Thema Kognition und Lernverhalten haben ermöglicht, dass wir heute wissen, wie Tiere lernen, wie sie am besten zu motivieren sind, wie man ihre phylogenetischen und individuellen Fähigkeiten und Begabungen im Training fördern und so ihre Freude am stressfreien Lernen und an der Zusammenarbeit mit dem Menschen wecken kann. Damit ist das Tiertraining wichtiger Bestandteil der Beschäftigung und des Enrichment-Gedankens in der Tierhaltung geworden und hat den Makel der Domptur endgültig abgelegt. Denn Training ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen gegen Monotonie und Langeweile und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung häufiger Haltungsfehler in reizarmer Umgebung, beugt Verhaltensauffälligkeiten vor und ist ein wertvoller Beitrag zur Bindung zwischen Mensch und Tier.

Die Trainingswerkzeuge des modernen Tiertrainers beruhen ausschließlich auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und basieren somit auf den Lerngesetzten zur gewaltfreien Ausbildung (inkl. möglichst stressfreiem Training, positiver Verstärkung, Choise Based Training etc.).

Das Ausbildungskonzept der ATN setzt jedoch nicht nur auf die modernsten Trainingsmethoden. Um dem Anspruch gerecht werden zu können, Tiere tatsächlich entsprechend ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten trainieren zu können, ist sowohl ein umfassendes Wissen in Bezug auf die Ethologie im Allgemeinen und das Ausdrucksverhalten der Tiere im Besonderen unerlässlich. So sind unsere Tiertrainer im Stande, das Ausdrucksverhalten der Tiere zu interpretieren und Stressanzeichen bereits in ihrer frühesten Form zu erkennen. Ein weiteres wichtiges Standbein der Ausbildung an der ATN ist zudem die Persönlichkeits- und Befindlichkeitsforschung bei Tieren. Mit Hilfe der hier gewonnenen Erkenntnisse wird es möglich, jedes Tier individuell zu beurteilen und seine grundsätzliche und aktuelle Verfassung im Training zu berücksichtigen. So werden Sie zu Experten, die all diese Aspekte in Ihr Training einbeziehen können und das Feedback der Tiere auf Ihre Arbeit in Sekundenschnelle evaluieren und Ihr Training umgehend korrigieren können. Durch den Einsatz der Videografie im Rahmen der Ausbildung werden Sie außerdem zum Experten in Bezug auf mikromimische Ausdrücke im Rahmen der nonverbalen Kommunikation und können diese auch als Instrument im Training einsetzen.

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Was kann ich als Tiertrainer?

Als Tiertrainer werden Sie in der Lage sein, Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten für das Training mit unterschiedlichen Tierarten und für unterschiedliche Trainingsziele einzusetzen. Hierfür ist die Ausbildung an der ATN so konzipiert, dass Sie die grundlegenden Trainingstheorien an jede Situation anpassen können, um ein artgerechtes sowie zielorientiertes Tiertraining planen und durchführen zu können.

Im Lehrgang der ATN wird dabei nicht nur großer Wert auf eine möglichst breite Palette an wild oder in menschlicher Obhut lebenden Tierarten gelegt, sondern er zielt darauf ab, den angehenden Trainern möglichst flexible Trainingskonzepte an die Hand zu geben und zugleich die Schüler in kontinuierlicher Anpassung und Präzision bei den Korrekturen des eigenen Trainings zu schulen. Damit sind Sie im Stande hochindividuelle, auf das einzelne Tier und dessen Lebenssituation zugeschnittene Konzepte zu erstellen. Außerdem lernen Sie durch die Vielfalt der in der Ausbildung vorhandenen Tierarten die nötige Flexibilität, schnelles Umdenken und werden geschult, die erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse per Wissenstransfer auf beliebige, auch Ihnen bisher unbekannte Tierspezies zu übertragen. Dabei liegen die Herausforderungen oft an unerwarteter Stelle. Sie werden feststellen, dass das Training von Hühnern und Ziegen oft größere Anforderungen an Sie stellt, als das Training mancher Exoten.

Wer es schafft, mit diesen Tieren komplexe Aufgabe zu trainieren, wird auch mit scheuen Wildtieren einiges erreichen können.

Wenn man sich die Trainingsprinzipien unabhängig von den Tierarten angeeignet hat, eröffnen sich die Möglichkeiten, diese auf verschiedene Aufgaben in Film, Werbung, Wissenschaft, Tiergestützter Arbeit und auf dem Gebiet des animal behavioral operating and handling, das vom Gruppen- bis hin zum individuellen Training reicht, anzuwenden.

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Was  kann  ich  speziell erreichen?

Die selbständige Tätigkeit mit verschiedensten Spezialisierungen bietet Ihnen nicht nur die Freiheit, das zu tun, was Sie am besten können, sondern auch am liebsten tun. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle einen kleinen Einblick geben, wie Sie die Ausbildung zum Tiertrainer in einigen Spezialgebieten einsetzen können.

Tiere für Tiergestützte Arbeit (TGA):

Die Trainingsziele sind hier relativ klar umschrieben und die Zahl der zu trainierenden Tierarten, wie z. B. Lama, Alpaka, Kaninchen, Ziege, Pferd oder Schaf, vergleichsweise übersichtlich. Im Bereich der TGA umfasst das Training nicht nur das animal behavioral operating and handling, sondern vor allem auch spezielle Tricks, die gezielt auf das emotionale Erleben der Klienten wirken und damit den Wirkungsgrad der TGA maßgeblich erhöhen. 
Selbst wenn in der TGA untrainierte Tiere eingesetzt werden, müssen auch diese an die Interaktion mit den Menschen gewöhnt und gewisse Verhaltensregeln etabliert werden.

Wesentlich emotionaler und unmittelbarer erleben Menschen Tiere, die bestimmte Aufgaben lösen, komplizierte Handlungen durchführen, aktiv mit dem Menschen in Kontakt treten und auf vielfältige Weise ihre Lernfähigkeit und Kommunikationsbereitschaft mit dem Menschen unter Beweis stellen. In vielen Fällen ermöglichen trainierte Tiere den Zugang zu sogenannten „non respondern“, also zu Menschen, die nicht tieraffin sind und von der reinen Beobachtung der Tiere nicht profitieren. Jeder, der im Bereich der TGA tätig ist, kann in Zusammenarbeit mit einem Tiertrainer, am wirkungsvollsten jedoch, wenn er selber Tiertrainer ist, für sich und seine spezielle Art der Interventionen zugeschnittene Aufgaben mit den Tieren erarbeiten.

Tiere im Film:

Kaum einem Schauspieler ist es gelungen, sein Publikum so zu begeistern, dass seine Filme auch nach 70 Jahren noch absolute Kassenschlager sind. Lassie, Fury und Charley ist dies hingegen spielerisch gelungen. Filmtiere durchlaufen sehr kritische Castings, bei denen sie ebenso wie ihr Trainer sich beweisen müssen. Das Tiertraining für Filme ist für die Tiere oft belastender und für die Trainer komplizierter und stressiger, als man möglicherweise meinen sollte. Deshalb werden in der Regel nur Tiere eingesetzt, die leicht zu motivieren sind, spielerisch in den Aufgaben aufgehen, nicht schnell ermüden und ausgesprochen stressresistent und belastbar sind. Es ist heutzutage ein absolutes No-Go, Tiere für diesen Zweck zu missbrauchen. Auch hier steht das Wohl der Tiere an erster Stelle. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, ist ein tiefgreifendes Verständnis des Ausdrucksverhaltens der Tiere gekoppelt mit ihren zugrundeliegenden Bedürfnissen unerlässlich. Im Rahmen der ATN-Ausbildung zum Tiertrainer ist einer der Spezialbereiche das Thema Filmtiertraining. Sie werden feststellen, dass die Planung und das Management der Dreharbeiten bereits einen enormen Aufwand bedeuten. Hinzu kommt, dass in der Regel mindestens ein weiteres Tierdouble (oft sogar mehr) trainiert und ausgebildet werden muss, sodass die Vorbereitungen auf einen Dreh weit mehr Zeit in Anspruch nehmen als der Dreh selbst.

Einen gänzlich anderen Bereich des "Film-Tier-Trainings” stellt die Arbeit mit mehr oder minder wildlebenden Tieren für Dokumentarfilme dar. Diese Tiere sind in der Regel sehr scheu und können nur aus dem Verborgenen aufgenommen werden. Hier ist oft ein nicht unerheblicher Aufwand an Zeit, Menschen und Material notwendig, um diese Tiere entsprechend in Szene setzen zu können; und nicht selten sind diese Bemühungen nicht von dem gewünschten Erfolg gekrönt. So verwundert es nicht, dass man in Teilen der Szene bemüht war, dem Glück ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Als sich das mit dem World Press Photo Award ausgezeichnete Bild von Jose Louis Rodriguez als „Fälschung“ erwies, platzte eine Bombe. Der springende, vermeintlich wilde Wolf (das Bild ist tatsächlich beindruckend) erwies sich als trainiertes Tier. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass diese Art von „Betrug“ als „Rent-a-wolf“ sich längst etabliert hatte. Dieser Exkurs soll Ihnen zeigen, mit welchen Kundenwünschen Sie möglicherweise konfrontiert werden. Bitte beachten Sie, dass wir derartige betrügerischen Absichten keinesfalls gutheißen oder unterstützen.

War die Filmtierszene früher eher eine geschlossene Gesellschaft, in der es kaum gelang, Fuß zu fassen, haben die sozialen Medien und Videoplattformen die Karten auf diesem Feld neu gemischt. Innerhalb weniger Stunden können Clips von einem Millionenpublikum gesehen werden und die Aufmerksamkeit auf Sie und Ihre Arbeit lenken. Dabei sind die User oft nicht auf eine Spezies fixiert und lassen sich durch gutes Training mit egal welcher Tierart faszinieren. Das Video einer trainierten Ratte, das im Netz viral ging, zeigt, welches Potenzial diese Medien heute haben. Ursprünglich sollte die Ratte mit ihren Fähigkeiten und erlernten Tricks im Vordergrund stehen. Als Nebeneffekt dieses Videos stellte sich dann aber heraus, dass gerade Ratten, die oft als Schädlinge betrachtet werden, für den Menschen enorm hilfreich sein können. Die genannte Ratte im Video konnte Krankheiten erspüren und TBC bei Menschen anzeigen. Hier verwischt sich die Grenze zwischen Dokumentation, Präsentation und Unterhaltung und zeigt, welche ungeahnten Möglichkeiten dem kreativen Tiertrainer zur Verfügung stehen.

Tiere in der Werbung:

Ebenfalls zum Filmtiertraining werden Aufnahmen für Werbezwecke gezählt. 2006 zählten der Charming Bär, die Milka-Kuh, der Salamander-Lurch und der Jägermeister-Hirsch zu den Top Ten der Werbe-Ikonen. Besonders erfolgreich ist Werbung immer dann, wenn in den Spots Emotionen vermittelt oder Überraschungseffekte eingesetzt werden. Hierfür werden in den Spots kleine, in sich geschlossene Geschichten erzählt, bei denen Tiere oft eine „entscheidende Rolle“ spielen. Gerade in diesem Bereich hat der Tiertrainer die Möglichkeit, seine Kreativität unter Beweis zu stellen. Manche dieser Clips haben unabhängig von dem beworbenen Produkt absoluten Kultstatus erreicht und werden wahlweise in der Werbepause des Super Bowls in Amerika oder zur Weihnachtszeit auf allen sozialen Netzwerken gezeigt und geteilt.

Ein sehr typisches Beispiel für einen solchen Clip finden Sie HIER.

Zootiere:

Auch wenn der Tiertrainer grundsätzlich mit allen Tierarten arbeiten kann, stellt der Zoo eine ganz besondere Herausforderung dar. Die beste Voraussetzung Zootiertrainer zu werden hat der Tierpfleger, der die Arbeit in den jeweiligen Revieren gewohnt ist und „seine“ Tiere sowohl aus dem ethologischen Blickwinkel als auch aus dem alltäglichen Umgang am besten kennt. In der Regel stehen hier Medical Training, animal behavioral operating and handling und Enrichment-Elemente im Vordergrund.

Dieses Aufgabengebiet ist jedoch nicht alleine auf zoologische Gärten in öffentlicher Hand beschränkt. Von dieser Art des Trainings profitieren auch Wildparks, private Zoos und Erlebnisparks sowie Gehege- und viele private Wildtier-Besitzer. Mit dem Medical Training wird das Tier auf verschiedene diagnostische Maßnahmen, wie die Applikation von Medikamenten, das Fiebermessen und Krallenschneiden oder Blutentnahmen, vorbereitet. Dies ermöglicht eine stressfreiere Behandlung des Tieres und macht Zwangsmaßnahmen in weiten Teilen der Standard-Pflegemaßnahmen unnötig. Hinzu kommt das Handlingstraining, das es erlaubt, Tiere stressfrei von dem einen in einen anderen Gehegebereich umzusperren und die alltäglichen Abläufe entspannt und strukturiert zu gestalten.

Ein zweites Aufgabenfeld im Bereich des Zootiertrainings ist das Enrichment. Tieren in Gefangenschaft werden auf diesem Wege im weitesten Sinne Beschäftigungsmaßnahmen angeboten, die Monotonie und Langeweile, also einem der zentralen Probleme der Haltung in Gefangenschaft, entgegenwirken. Unter dem Begriff Behavioural Enrichment werden verschiedene Maßnahmen zusammengefasst, die aus den unterschiedlichen Funktionskreisen des Verhaltens stammen und sinnvoll zum Wohlbefinden der Tiere eingesetzt werden können. 
Gleichzeitig gibt es in vielen Zoos auch pädagogische Programme, in denen bestimmte Tiere und deren Lebensumfeld und Fähigkeiten vorgestellt werden. Besonders auch die Fütterungszeiten der Elefanten, Robben, Kamele oder Papageien, die meist auch für ein wenig Training genutzt werden, sind wahre Publikumsmagnete.

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Tiertrainer Themen

Welche Möglichkeiten gibt es, das Ziel zu erreichen?

Um im Tiertraining erfolgreich tätig sein zu können, bedürfen Sie einer umfassenden und fundierten Ausbildung. Als Zulassungsvoraussetzung gilt, dass Sie mindestens 21 Jahre alt sein müssen und einen Schulabschluss, der der Mittlere Reife entspricht, vorweisen können. Die Ausbildung zum Tiertrainer ist so angelegt, dass auch Schüler ohne biologische Grundlagen systematisch ihr Wissen aufbauen und erweitern können. Durch interdisziplinäre Lehransätze aus den Bereichen der Kognition, Befindlichkeitsforschung und Ethologie erhalten Sie alle wichtigen theoretischen Hintergründe, die Sie befähigen, sich dem eigentlichen Herzstück der Ausbildung zuzuwenden: dem praktischen Tiertraining!

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Wichtigste Elemente und Merkmale des Tiertrainings

Für einen Tiertrainer gibt es gleich mehrere Werkzeuge, die von besonderer Bedeutung sind. Als erstes sind hier die Lerntheorien zu nennen, die eine Art universelles Instrumenatrium zum Trainieren von Tieren darstellen. Diese Werkzeuge zu verstehen und in der Praxis zielorientiert anzuwenden ist einer der Schwerpunkte dieses Lehrgangs. Um diesen theoretischen Hintergrund auch auf verschiedenste Tierarten und Trainingsziele anwenden zu können, bedarf es jedoch weiterer Fähigkeiten und Kenntnisse. So sollte der Tiertrainer stets in der Lage sein, das Training stets so anpassen zu können, dass dieses nicht nur zielorientiert, sondern auch art- und individuengerecht erfolgt.

Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, muss der Tiertrainer auch fundierte Kenntnisse im Bereich der Biologie und Ethologie der zu trainierenden Tiere besitzen.

Outstanding ist an diesem Lehrgang jedoch, dass ein weiterer Schwerpunkt in der Befindlichkeitsforschung der Tiere und der praktischen Anwendung dieses Wissens liegt, sodass die angehenden Tiertrainer die Emotionen und Befindlichkeiten aktiv in ihr Trainingskonzept einbinden und der Tagesform des Tieres entsprechend anpassen können. Damit geht dieser Ansatz weit über die durch das Tierschutzgesetz verlangten Grundlagen hinaus und stellt einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz und zur Förderung des Tierwohls dar.

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Tiertrainer Qualifikationen / Voraussetzungen

Für den Tiertrainer Lehrgang gibt es bei der ATN AG grundsätzlich keine Aufnahmebeschränkungen. Beachten Sie aber bitte, dass das vermittelte Wissen durchaus anspruchsvoll ist und etwa dem Hochschul-Niveau eines interdisziplinären Bachelor-Studiums entspricht. Das bedeutet, dass der Lehrgang auf einer Reihe von wissenschaftlichen und rechtlichen sowie ethischen Grundlagenfächern basiert, die für das Verständnis der Materie und deren zielführenden praktischen Anwendung unverzichtbar sind. Eine gute Voraussetzung ist daher eine gesunde Neugier sowie die Bereitschaft, Studien und Forschungsideen kritisch zu hinterfragen und praktisch anwenden zu wollen.

Sobald Sie den Beruf des Tiertrainers im weitesten Sinne gewerblich ausüben, besteht in Deutschland die Pflicht des Sachkundenachweises nach §11 TSchG. Dieser gilt für alle Bereiche des gewerblichen Umgangs mit Tieren: Haltung, Zucht und Ausbildung.

Diejenigen Absolventen, die eine ergänzende Prüfung mit dem Ziel einer staatlich vereinheitlichten Lösung anstreben, können nach der Ausbildung bei ihrem zuständigen Veterinäramt eine Prüfung nach §11 TSchG ablegen.

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Tiertrainer Aufgaben
Tiertrainer Berufsalltag

Tiertrainer Aufgaben: Berufsalltag, Tätigkeiten

Das Aufgabenfeld eines Tiertrainers kann so vielfältig sein, wie die Arten und Trainingsziele mit denen und für die dieser eingesetzt wird.

Tiertrainer mit einem eigenen Tierbestand können die Angebote nach eigenen Konzepten gestalten. Hierzu zählen beispielsweise Fortbildungen und Workshops, freiberufliche Tätigkeiten für unterschiedlichste Einrichtungen und Angebote für Film und Fernsehen. In diesem Fall erstellen Sie die Konzepte, entwerfen Werbekampagnen und betreiben Akquise. Sie gestalten Trainingsideen und Konzepte zugeschnitten auf Ihre eigenen Tiere oder entsprechend den Wünschen Ihrer Kunden und führen diese praktisch durch. Je nach Größe und Ausrichtung Ihres Betriebes arbeiten sie entweder als "Einzelunternehmer" oder mit einer gewissen Zahl an Angestellten, die Sie bei Ihren Projekten unterstützen.

Bei mobilen Tiertrainern ist oftmals eine höhere Flexibilität erforderlich. Sie müssen Ihre Konzepte schnell und effektiv an die jeweilige Tierart und das gewünschte Trainingsziel anpassen und in vielen Fällen mit einem sehr begrenzten Zeitbudget zurechtkommen: Nicht selten müssen Anfragen in nur ein bis zwei Tagen oder maximal einer Woche zu bearbeiten sein.

Doch egal, wie das Aufgabenfeld und die Arbeit individuell aussehen mögen, das oberste Gebot sollte stets das Tierwohl sein. Kommunizieren Sie gegenüber den Kunden daher von Anfang an, was Ihnen wichtig ist und wo Sie evtl. auch Grenzen des Tiertrainings sehen. Nur so wird aus einem Tiertrainer auch ein wirklich erfolgreicher Tiertrainer, der sich in seinem Bereich einen Namen machen wird und damit allen Seiten (Kunden, Tieren und der eigenen Sache) gerecht wird.

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Tiertrainer Arbeitsumfeld

Wo? (mobil, stationär), angestellt / selbständig

Die meisten Tiertrainer arbeiten auf freiberuflicher Basis. Als selbstständiger Tiertrainer kommen dabei verschiedene Geschäftsmodelle in Frage. So gibt es Kollegen, die ihre eigenen Tiere haben und trainieren. Diese arbeiten in der Regel stationär auf ihrem eigenen Hof, können aber bei Bedarf ihre Dienstleistungen direkt beim Klienten erbringen. Als ein Beispiel hierfür können Filmtiertrainer genannt werden, die zwar ihre eigenen Tiere ausbilden, mit diesen aber zu den unterschiedlichen Sets fahren. Andere hingegen reisen ausschließlich zu ihren Klienten, wie z. B. Tiertrainer, die ihr Wissen an zoologische Gärten weitergeben oder für diverse Meetings und Seminare gebucht werden.

Festanstellungen sind zwar selten, kommen aber durchaus vor. Zumeist findet man diese in zoologischen Gärten oder Tierhaltungen, die auf verschiedenen Ebenen ihre Dienstleistungen anbieten. Hier zu nennen sind sicherlich auch die Filmtiertrainer oder Tiertrainer für wissenschaftliche Zwecke.

Es kommt also stark darauf an, wie das Arbeitskonzept des jeweiligen Tiertrainers aussehen wird.

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Tiertrainer Berufsalltag

Schlüsselkompetenzen

Als Tiertrainer sind Sie in den meisten Fällen freiberuflich bzw. als Selbständiger tätig. Dies ermöglicht Ihnen ein hohes Maß an Flexibilität bei der Auswahl und Ausführung von Aufträgen, erfordert aber auf der anderen Seite ebenso, dass Sie Ihre Kompetenzen immer und ständig unter Beweis stellen müssen. Dies bedeutet, dass Sie neben einer guten fachlichen Arbeit auch ein geschicktes Marketing betreiben müssen, um Ihr Konzepte erfolgreich vermarkten zu können. Der Lehrgang der ATN ist daher so aufgestellt, dass Sie durch interessante Berichte aus der Praxis, Fallbeschreibungen, wissenschaftliche Artikel sowie viele Diskussionsmöglichkeiten in Foren, Blog-Beiträgen, in Praktika und Online-Seminaren die Chance erhalten, Ihre fachliche Argumentationsführung und das Auftreten vor potentiellen Kunden zu schulen und zu verfeinern.

Als Tiertrainer haben Sie grundsätzlich die Möglichkeit, sich entweder sehr breit in Bezug auf die Tierarten, Kunden und Trainingsziele aufzustellen oder aber sich auf bestimmte Kernkompetenzen zu spezialisieren. Überprüfen Sie stets die gegebenen Marktlücken, und scheuen Sie sich nicht, auch überregional oder gar international zu arbeiten.

Im Gegensatz zu einigen anderen Tierberufen, wie beispielsweise dem Tierpsychologen, ist es für den Tiertrainer unerlässlich neben seinen wissenschaftlichen Kenntnissen vor allem auch auf der praktischen Ebene überzeugen zu können. Hier verhilft Ihnen die ATN durch den Aufbau eines Netzwerkes, Praktika an verschiedenen Stellen zu absolvieren und Ihre praktischen Fähigkeiten immer mehr zu erweitern und zu verfeinern.

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Welcher Abschluss in welcher Zeit?

Die Regelstudienzeit für den Tiertrainer Lehrgang beträgt 15 Monate. Allerdings ist eine kostenfreie Verlängerung um 12 Monate möglich, um das umfangreiche Material zu erarbeiten. Der Abschluss wird durch Absolvierung einer schulinternen Prüfung erreicht.


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