Konzept

Konzept der Tiergestützte Arbeit Ausbildung

Konzept der Ausbildung Tiergestützte Arbeit Konzept der Ausbildung Tiergestützte Arbeit

Wie ist das Konzept aufgebaut?

Bei der Ausbildung zur Tiergestützten Arbeit folgt die ATN den klassischen Grundsätzen und geht dennoch ihre eigenen Wege. Um Ihnen die Besonderheiten unserer Ausbildung zu verdeutlichen, haben wir Ihnen die Kerngedanken der Ausbildung in Schlaglichtern zusammengefasst:

Wir leben in hoch-industrialisierten Ländern, umgeben von Technik und der Hektik des Alltags. Diese Entwicklung führt nicht nur zwangsläufig zu einer immer weiter fortschreitenden Entfernung von der Natur, sondern auch zu einer gewissen Vereinsamung da Kontakte immer öfter virtuell in sogenannten sozialen Netzwerken gepflegt werden und nicht mehr im individuellen Gespräch. Eine Begegnung mit Tieren, selbst wenn es sich dabei nur um flüchtige Kontakte handelt, sind Begebenheiten, die uns bewegen, und unter Umständen auch eine gewisse Brücke zu der von uns verlorenen Natur schlagen.

Die emotionale Nähe und Wärme, das Hochgefühl und eventuell die Empfindung von Glückseligkeit, ebenso wie das Gefühl der Anerkennung durch das Tier, die empfunden werden sind unabhängig von Alter, Gesundheit oder Aussehen des Betrachters. Eben diese Empfindungen sind die Elemente die in der Tiergestützten Pädagogik, -Therapie, -Sozialarbeit oder in sonstigen Aktivitäten mit Mensch und Tier genutzt werden.

Ein Faktor, der viel zu wenig Beachtung findet, ist der Umstand, dass jede dieser Begegnungen sich nachweislich nicht nur auf das Tier und den Klienten, sondern auch auf Sie als Coach, Therapeut oder Durchführenden auswirken. Bedingt durch Spiegelneurone werden die beteiligten Menschen mit Endorphinen und Oxytocin überflutet. Auf diese Art erlebte Mensch-Tier Begegnungen sind in der Tiergestützten Arbeit ein Eisbrecher, Stimmungsmacher und Motivator. Sie fördern Aktivität, Lernfähigkeit und Lernbereitschaft ebenso wie die soziale Kompetenz und vieles mehr.

Nicht alle Menschen sind gleich. So gibt es Persönlichkeiten, die grundsätzlich in Begegnungen mit Tieren ein subjektives Wohlbefinden erleben oder sogar durch bloßes betrachten eines Bildes oder einer Tier-Sendung im Fernsehen fasziniert und berührt sind. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die sich auch von Grzimeks "Serengeti darf nicht sterben" nicht im Geringsten emotional bewegen lassen. Deshalb unterteilen wir ATN-intern Klienten in der TGA in Responder und non Responder. Erstere reagieren auf die Begegnung mit Tieren emotional und positiv gestimmt, während die Non-Responder wenig Reaktionen zeigen oder sich neutral verhalten. In der Empfänglichkeit für die Wirkmechanismen der TGA sind Menschen sehr unterschiedlich - eine Tatsache, die in der klassischen Arbeit so hingenommen werden muss. Mit den Methoden des ATN-Aufbaulehrgangs TGA, den Sie ergänzend buchen können, sind Sie im Stande diese Grenzen erheblich zu erweitern, mit der Hilfe von gut ausgebildeten Tieren und speziellen Ansätzen.

In der klassischen tiergestützten Arbeit wird das freie oder gelenkte Verhalten des Tieres sowie spontane und reaktive Lokomotion im Rahmen der Settings genutzt. Aus diesem Grunde müssen alle, die im Sinne des Klienten und des Tierschutzes arbeiten wollen, das gesamte Verhaltensrepertoire der Spezies mit der sie arbeiten kennen. Dies beinhaltet vor allem auch das Ausdrucksverhalten der Tiere um nicht nur Stress sondern auch deren Befindlichkeiten noch besser erkennen zu können. Nur so kann der TGA-Durchführende sehen, was dem Tier gut tut, was es gerade empfindet und wo seine Belastungsgrenzen liegen. Diese Befindlichkeiten der Tiere zu erkennen setzt eine sehr hohe Professionalität im Umgang mit Tieren voraus. Wir bieten Ihnen das gesamte Wissen rund um das Tier das Sie Ihr Arbeitsfeld in der Tiergestützten Arbeit benötigen. Die Tiere gehören in diesem Arbeitsfeld zu Ihrem "Instrumentarium". Wenn Sie sich darüber im Klaren sind, versteht es sich von selbst, dass Sie, wie in jedem Handwerk, im Sinne der "Materiallehre/Werkzeuglehre" sehr detailliert über das Tier/die Tiere mit denen gearbeitet wird Bescheid wissen müssen. In diesem besonderen Fall kommt hinzu, dass unser "Werkzeug" unsere Begleiter ist, der über eine Seele und eigene Persönlichkeit verfügt, der einmalig und nicht austauschbar ist. Je mehr Sie über die Tiere wissen, desto mehr werden sie diese verstehen und Ihre Settings und Interventionen so gestalten, dass Sie einen optimalen Umfang fördern und das Umfeld so wählen, dass das Wohlbefinden des Tieres in jeder Ihrer Maßnahmen Berücksichtigung findet.

Die Tiergestützte Arbeit findet immer in einem Spannungsdreieck statt, dessen Ecken von dem Klienten, dem Hund und Ihnen gebildet werden. Sie als Coach bewegen sich zwischen dem Klienten und dem Tier, der Fokus liegt bei den Settings jedoch auf dem Menschen, der therapiert, pädagogisch geführt oder gecoacht wird. In welchem Umfeld die Settings mit den Tieren statt finden, hängt von Ihrer Vorbildung, Ihren Fähigkeiten und Ihrem Wissensstand ab. Vielfach wird heute versucht alle Bereiche der TGA unter den Begriff der Therapie zu fassen, damit zu reglementieren und diesem Tätigkeitsfeld so einen exklusiven Charakter zu sichern. Tatsächlich kann jedoch fast jede Branche, ebenso wie jeder sozial engagierte Mensch mit einem guten Konzept Tiere im Sinne Tiergestützter Aktionen einsetzten.

Im Falle der Tiergestützten Therapie werden psychologische und pädagogische Settings und Maßnahmen durchgeführt, um Verhaltensstörungen, kognitive Fähigkeiten und motorische Einschränkungen zu fördern.

Im Bereich der sozial orientierten Aktivitäten wird vor allem die Resozialisierung, die soziale Integration ebenso wie das selbstbestimmte Handeln gefördert. Spezielle Einsatzgebiete in diesem Bereich sind: Gefängnisse, Flüchtlingshilfe, Streetworker, Selbsthilfegruppen, Hospize, usw.

Es gibt eine Vielzahl an Zielsetzungen, die mittels Tiergestützter Aktivitäten in Angriff genommen und gefördert werden können. Zum Beispiel: soziale Integration, Verbesserung der körperlichen Fitness, der Koordinationsfähigkeit, der geistigen Beweglichkeit, Schärfung des phänomenalen Bewusstseins und der allgemeinen Wahrnehmungsfähigkeit, der Kognition, Steigerung der Motivation, der allgemeinen Aktivität, Verbesserung der emotionalen Gestimmtheit, sowie der Steigerung des Selbstwertgefühls, der Compliance bei allen erdenklichen therapeutischen Maßnahmen, oder schlicht der Besserung des Wohlbefindens.

Wenn einem die große Bandbreite der Ziele vor Augen gehalten wird, wird sehr deutlich, dass es für die Einsatzgebiete der Tiergestützten Maßnahmen kaum Grenzen gibt. Auf eben diese Vielfalt hat sich die ATN mit ihren Konzepten fokussiert.

Dieser Lehrgang der ATN würdigt Ihr mitgebrachtes Wissen, Ihre Erfahrungen und Professionalität! Sie agieren in Nischen, die keiner besser kennen kann als Sie selbst und so können auch nur Sie wirklich beurteilen welches Tier in welchem Setting am besten zu Ihrem Bereich passt. Eine Standard-Vorgehensweise oder eine Matrize für die Arbeit mit den Tieren kann es in diesem Bereich kaum geben. Hier einige wenige Beispiele wie unterschiedlich die Wirkungsfelder und -Orte in der TGA ausfallen können: Leseförderung, Schultiere, Sprachförderung, Heilpädagogisches Reiten, Gerichts-Hunde, Logopädische Praxis, Demenzförderung, Resozialisierung, Wiedereingliederung in das Berufsleben nach langer Erwerbslosigkeit, Traumatherapie, Desensibilisierung und Reintegration nach Traumata, Motorische Förderung, Enclosure Therapie, Persönlichkeitsentwicklung, Drogen- und Alkoholentzug, Hospizbetreuung, Waldkindergärten, Stressmanagement, Menschenführung und Personalführung, Tagesmütter.

Die ATN bietet Ihnen in diesem Lehrgang vor allem die Inhalte in der sie marktführend ist: die Arbeit mit und das Verständnis für das Tier. Diese Fähigkeit erwerben Sie dadurch, dass Sie durch das Studium der umfassenden tierpsychologischen Inhalte, die im Tier schlummernden Potentiale sehen und nutzen lernen und gleichzeitig das Wohlbefinden des Tieres zu jedem Zeitpunkt im Blick behalten und entsprechend handeln können.

Darüber hinaus können sie komplementär die psychologischen Aspekte der Tierhaltung in einem weiteren umfassenden Ergänzungslehrgang zur Psychologie des Menschen in der Mensch-Tier-Beziehung studieren. Sollten Sie über keine Erlaubnis bezüglich therapeutischer Maßnahmen verfügen, können Sie an diesen Lehrgang auch nahtlos die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie mit dem Schwerpunkt auf der Mensch-Tier-Beziehung anschließen. Wenn Sie ergänzend Ihr Repertoire der Einsatzmöglichkeiten der Tiere erheblich erweitern möchten, besteht die Möglichkeit unseren Tiertrainerlehrgang mit der Spezialausrichtung auf die Tiergestützte Arbeit zu belegen und so zu erlernen, wie man "Mental-Tiere" ausbildet.

Die ATN ist mit einem derart breitgefächerten Portfolio an Möglichkeiten im Bereich der Tiergestützten Arbeit und der Erweiterungsoptionen einmalig am Markt und daher der Richtige Partner für all diejenigen, die sich in diesem Bereich weiterentwickeln wollen und speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Weiterbildungsmaßnahmen suchen.

Abgesehen von dem tierbezogenen Wissen erwerben Sie im Rahmen dieses Lehrgangs umfangreiche Unterlagen zur Tiergestützten Arbeit, -Pädagogik und -Therapie. Erfahrene Therapeuten und Praktiker aus verschiedenen Teilen der Welt stellen Ihnen in Form von Kasuistiken ihre Herangehensweisen und Verfahren vor. Darüber hinaus finden regelmäßige Videomeetings statt, in denen Sie mit unseren Tutoren, Autoren und Gastdozenten konkrete Fälle analysieren und diskutieren. Dank der engen Zusammenarbeit mit Therapeuten, Pädagogen und Fachleuten in der ganzen Welt, haben Sie die Möglichkeit fakultativ an unterschiedlichen Stellen zu hospitieren.

In einem zweiten Level dieser Ausbildung haben Sie die Möglichkeit Ihr Einsatzspektrum maßgeblich zu erweitern und lernen auch Techniken und Einsatzmöglichkeiten von Tieren kennen, die auch bei Non-Respondern und Klienten mit großen Problemen sich zu öffnen oder mit der Außenwelt zu interagieren sehr erfolgs-versprechend sind. Hierbei handelt es sich um die sogenannten Mental Tiere. Die Ausbildung dieser speziellen Tiere stellt eine große konzeptionelle Herausforderung in der Ausbildung und im Handling dar und bedarf daher eines eigenen Ausbildungsganges.

Im Rahmen Ihrer Ausbildung erhalten Sie 4 Module:

Tierpsychologie

Tiergestützte Arbeit

Verhaltenswissenschaften Tier

Best Practice

Das Besondere an der Ausbildung der ATN ist, dass Sie ein ungemein tiefgreifendes Fachwissen rund um alle Aspekte der Tiergestützten Arbeit erhalten. Da dieses Themenfeld derart umfangreich und komplex ist, entscheiden Sie sich für die Tierart, für die Sie sich am meisten interessieren und die Sie für Ihre zukünftigen Projekte einsetzten möchten.

Hierbei haben Sie die Möglichkeit zwischen 3 Fachrichtungen zu wählen:

Fachrichtung Hund

Fachrichtung Katze, Meerschweinchen, Kaninchen

Fachrichtung Pferd, Esel, Lama, Alpaka

Diese individuell von Ihnen gewählten Inhalte erhalten Sie in Modul 3: Verhaltenswissenschaften Tier. Die anderen Module bearbeiten Sie gemeinsam mit den Kollegen der anderen Tierarten.

Gerade dieser interdisziplinäre Austausch hat sich als sehr lohnend und fruchtbar erwiesen und hilft Ihnen sich ein möglichst umfassendes Bild über die tiergestützte Arbeit zu verschaffen.

Modul 1 - Tierpsychologie

  • Tierpsychologie - Geschichte der Tierpsychologie
  • Ethogramm - Einführung in die Allgemeine Ethologie
  • Ethogramm des Wolfes
  • Psychophysiologie - bei Säugetieren
  • Verhaltensphysiologie
  • Verhaltensökologie Teil 1
  • Verhaltensökologie Teil 2
  • Epigenetik - und fetale Erfahrungen
  • Tiertraining - Die Lerntheorien und ihre praktische Anwendung
  • Kulturgeschichte der Mensch-Tier-Beziehung Teil 1
  • Kulturgeschichte der Mensch-Tier-Beziehung Teil 2
  • Kognition bei Tieren
  • Persönlichkeit bei Tieren
  • Einführung in die Tierpsychosomatik ( Videos )
  • Stress Modelle, Stressoren & Symptome
  • Emotionen - neurobiologische Grundlagen

Modul 2 - tiergestützte Arbeit

  • Die tiergestützte Arbeit - Einführung
  • Anthrozoologie - Grundlagen
  • Entwicklungspsychologie - Einführung TGA
  • Tiergestützte Arbeit mit Kindern - Psychologische Grundlagen
  • Arbeit mit Kindern - Einführung
  • Natur und Bildung - Einführung in Umweltbildung sowie Natur-, Wildnis- und Erlebnis- Pädagogik
  • Gerontologie und Pflegewissenschaft - Einführung TGA
  • Resozialisierung - Grundlagen
  • Pädagogisches Handeln - in der Beratung des Tierhalters
  • Rechtliche Aspekte - in der tiergestützten Arbeit
  • Gerontologie und Pflegewissenschaft - Aufbau
  • Forschungsmethoden und Statistik TGA

Modul 3 - Verhaltenswissenschaften Tier

Fachrichtung Hund:

  • Ethologie des Hundes 1 Abstammung, Ökologie & Verhalten des Wolfes
  • Ethologie des Hundes 2 Domestikation, Geschichte & Verhaltensvergleich Wolf
  • Rassetypen und rassespezifische Besonderheiten in Training und Therapie
  • Ausdrucksverhalten beim Hund
  • Video-Übungen zum Ausdrucksverhalten beim Hund
  • Lernen, Motivation und Ausbildungsmethoden beim Hund (2)
  • Ontogenese, Welpen und Junghundeentwicklung
  • Der alternde Hund aus verhaltensbiologischer Sicht
  • Unterwegs mit Hund und Umgang mit Jagdverhalten (Antijagdverhalten) (2)
  • Beschaeftigung und Spiele
  • Workbook Hundetraining - Erlerntes verstehen, anwenden und weitergeben
  • Angstverhalten des Hundes
  • Aggressionsverhalten des Hundes
  • Mehrhundehaltung
  • Trauerbegleitung beim Verlust eines Tieres
  • Zoonosen - Grundlagen für Tierberufe
  • Hygiene - Einführung

Fachrichtung Katze, Meerschweinchen, Kaninchen:

  • Ethologie der Hauskatze 1 - Abstammung, Domestikation, Sinne, Kommunikation
  • Ethologie der Hauskatze 2 - Sozial-, Jagd-, Sexual- und Lernverhalte
  • Ethologie der Hauskatze 3 - Kognition, Empfindungen, Persönlichkeiten
  • Ethologie der Hauskatze 4 - Haltung, Mehrkatzenhaltung, Krankheiten
  • Beschäftigung und Spiele für Katzen Teil 1
  • Beschäftigung und Spiele für Katzen Teil 2
  • Ethologie des Meerschweinchens - Teil 1
  • Ethologie des Meerschweinchens - Teil 2
  • Ethologie des Meerschweinchens Teil 3
  • Ethologie des Meerschweinchens Teil 4
  • Ethologie des Kaninchens - Teil 1
  • Ethologie des Kaninchens - Teil 2
  • Beschäftigung und Spiele für Meerschweinchen und Kaninchen
  • Zoonosen - Grundlagen für Tierberufe
  • Trauerbegleitung beim Verlust eines Tieres
  • Hygiene - Einführung

Fachrichtung Pferd, Esel, Lama, Alpaka, Schaf, Ziege:

  • Ethologie des Pferdes 1 - Sinnesleistungen und Aktionsraum
  • Ethologie des Pferdes 2 - Funktionskreise des Pferdeverhaltens Teil 1
  • Ethologie des Pferdes 3 - Funktionskreise - des Pferdeverhaltens Teil 2
  • Ethologie des Pferdes 4 - Haltung, Umgang, Lernen, Verhaltensprobleme
  • Kommunikation - und Ausdrucksverhalten (Pferd 5)
  • Spiel, Beschäftigung und Enrichment für Pferde
  • Ethologie des Esels Teil 1
  • Ethologie des Esels Teil 2
  • Ethologie des Lamas und Alpakas
  • Ethologie des Schafes
  • Ethologie der Ziege
  • Ökologische Schaf- und Ziegenhaltung

Modul 4

  • Best Practise 01 - psychomotorische Entwicklungsförderung Medium Pferd
  • Best Practise 02 - Projekt TGT mit Hunden an der Universität Leipzig
  • Best Practise 03 - Das Prison Pet Partnership Programm
  • Hundesportarten - Einführung
  • Mensch-Tier-Beziehung

Soziale Netzwerke

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