Konzept

Tierpsychologie Ausbildung: Konzept

Tierpsychologie Ausbildung: Konzept Tierpsychologie Ausbildung: Konzept

Das Konzept der Tierpsychologie Ausbildung

Da sich die Tierpsychologie der Humanpsychologie immer mehr angenähert hat und sich auch zunehmend Humanpsychologen für diese Lehrgänge interessieren, haben wir uns an dieser Stelle zu einer Darstellung der Studieninhalte entschieden, die die Möglichkeit bietet, unsere Studieninhalte in Relation zur Humanpsychologie zu setzen, um eine bessere Vergleichbarkeit der Inhalte zu ermöglichen.

In den Lehrgängen der ATN sind diese Themen allerdings nicht wie hier aufgelistet, sondern nach einer eigenen Logik geordnet in unterschiedlichen Modulen untergebracht.

Unter Lehrgangsinhalte finden Sie alle Module mit den zugehörigen Skripten und Lehrbriefen der ATN.

Hier die Themen:

1Allgemeine Tierpsychologie: Lernen, Denken, Verstehen, Handeln, Gedächtnis, Kognition, Wahrnehmung, Emotion, Motivation, Belohnung, Befindlichkeit ebenso wie die Fragen des Bewusstseins werden in diesem Lehrgang diskutiert. Ziel ist es hierbei, das theoretische Wissen praktisch nutzbar zu machen. So finden die hier erlernten Studieninhalte ihre praktische Anwendung im Tiertraining und der Verhaltenstherapie.

2Psychobiologie: Dieser Bereich ist in unmittelbarem Kontakt zu und parallel mit der Humanpsychologie gewachsen. Ein großer Teil der Erkenntnisse in Bezug auf die Biologie ebenso wie auf die Pharmakologie wurde in der Humanpsychologie durch Tiermodelle in Experimenten gewonnen. Wir besprechen diese Themen im Fach Psychophysiologie, das unter anderem auch Psychoneuroimmunologie, Psychoneuroendokrinologie sowie Nerven- und endokrines System speziell im Dienste der Emotionen, Kognition und Lernprozesse umfasst. Einen besonderen Schwerpunkt in diesem Bereich stellen die Stressmodelle und deren psychosomatische Auswirkung, inklusive der Messungen der psychologischen Verhaltenskorrelate dar.

3Persönlichkeitspsychologie: Die frühe Tierpsychologie war ähnlich wie die Ethologie nicht primär am Individuum interessiert, sondern eher am Durchschnittsverhalten einer Tierart. Mit der Persönlichkeitspsychologie wird nun das Individuum in das Zentrum der Betrachtung gerückt. Mittlerweile ist dieses Themengebiet so gut erforscht und es wurde so viel publiziert, dass es hinreichend Material gibt, um sich auf ein Modell der Persönlichkeitspsychologie festzulegen. Die ATN hat sich in erster Linie für die sogenannten "Big Five" entschieden, weil diese eine ausgezeichnete Vergleichbarkeit der Kompatibilität der Mensch-Tier-Beziehung ermöglichen, die mittels valider Tests überprüft werden kann.

4Ausdrucksverhalten und Befindlichkeit: Das jeweilige Ausdrucksverhalten ist typisch für jede einzelne Spezies und muss im ethologischen Kontext als Kommunikationselement verstanden werden. Wenn noch vor nicht allzu langer Zeit jemand behauptet hätte, durch das Ausdrucksverhalten eines Tieres zuverlässig auf dessen Befindlichkeit schließen zu können, wäre er – im günstigsten Falle – belächelt worden.
Wie sehr sich hier die Paradigmen geändert haben und wie revolutionär, innovativ und mutig heute in der Forschung vorgegangen wird, erfahren die ATN-Schüler von Wissenschaftlern unterschiedlichster Forschungsbereiche, die aktuell an diesem Themenkreis forschen, aus erster Hand. Man sollte hier erwähnen, dass, um die Befindlichkeit bei einem Tier zu erkennen, eine mehr als tiefgreifende Kenntnis des Ausdrucksverhaltens dieses Tieres Voraussetzung ist.
In der Präzision, in der heute das Ausdrucksverhalten der Tiere gelesen werden kann, wird deutlich, dass sogar subtile Emotionen bei Tieren verlässlich bestimmt werden können. Es konnte sogar verschiedentlich nachgewiesen werden, dass die reinen Beobachtungen des Ausdrucksverhaltens den laborgestützten Messungen der psychologischen Verhaltenskorrelate überlegen sind. Die Fähigkeit zur Beurteilung der Befindlichkeit ist für die Verhaltenstherapie unerlässlich, um zum einen die Erfolge der eingeleiteten Maßnahmen messen zu können und zum anderen auch die Mensch-Tier-Beziehung adäquat beurteilen zu können.
Dank der hochmodernen multimedialen Lern-Plattform ConnectiBook ist es der ATN gelungen, das Lernen zu revolutionieren und auch Themen wie das Ausdrucksverhalten von Tieren für die Lernenden noch besser greifbar und erlebbar zu machen. Durch die vielfältigen Möglichkeiten, die dieses Medium bietet, sind der Wissensvermittlung dieser sehr anspruchsvollen und diffizilen Themen keine Grenzen mehr gesetzt.

5Allgemeine Verhaltensbiologie: Dieser Fachbereich ist in der Tierpsychologie im Gegensatz zur Humanpsychologie von zentraler Bedeutung.
Wir haben es bei unseren Haustieren mit domestizierten Tieren zu tun, die aus ihrer phylogenetisch bedingten ökologischen Nische, aus der sie über Jahrtausende hinweg selektiert wurden, entnommen und in die menschliche Obhut überführt wurden. Um die zu Grunde liegenden phylogenetisch bedingte Eigenschaften und psychologischen Strukturen der Tiere zu verstehen, bedarf es einer umfassenden Kenntnis der Verhaltensphysiologie ebenso wie der Verhaltensökologie.
Gleichzeitig eröffnen die Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten bei der Ethogrammerstellung Ihnen Möglichkeiten zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten. Wir fördern Verhaltensbeobachtungen im Zuge wissenschaftlicher Studien unserer Lernenden und Absolventen sowohl durch fachliche Unterstützung und Anleitung als auch durch finanzielle Mittel.

6Sozioökologie der Tier-Mensch-Beziehung: In diesem Themenbereich interessiert uns vorrangig die Auswirkung des Halters auf das Tier und der Blickwinkel des Tieres auf dieses Beziehungsgefüge.
Der Psychologie der Mensch-Tier-Beziehung aus Sicht des Halters haben wir einen eigenen sehr umfangreichen Ausbildungszweig gewidmet.
Lesen Sie mehr Heilpraktiker für Psychotherapie der Mensch-Tier-Beziehung.
Der Halter ist für unsere Haustiere der wichtigste Sozialpartner, der nicht nur das Leben des Tieres beeinflusst, sondern maßgeblich formt, gestaltet und beherrscht.
Durch die mit der Domestikation einhergehenden Veränderungen und Zuchtmaßnahmen haben wir die Haustiere so geformt, dass sie immer besser zu uns und unserer Lebensumwelt passen und ihrerseits zu besonderen Anpassungen gerade in diesem Bereich fähig sind.
Der einzelne Halter mit seinem speziellen Tagesablauf, seinen Lebensbedingungen, Vorlieben, Bedürfnissen und Charakterzügen gestaltet und bestimmt die Lebensumwelt seines Haustieres heute nahezu vollständig. Nur wenn man die individuelle Mensch-Tier-Beziehung betrachtet, lassen sich bestimmte Lernleistungen, Adaptationsmuster oder auch Verhaltensauffälligkeiten und Störungen erkennen, erklären und therapieren.

Klinische Tierpsychologie
Allgemeine Tierpsychologie

Klinische Tierpsychologie

Dieser Bereich gehört zu den angewandten Fächern der Humanpsychologie und ist auch kein Bestandteil der Tierpsychologie 2.0.

Dieses sehr umfangreiche und komplexe Themengebiet ist nur in den Lehrgängen Verhaltensberatung Hund, Katze und Pferd als Fachrichtung integriert. Im Fokus stehen hier Themen wie psychische Störungen, deren Entstehung und Klassifikation, Symptomatik, Diagnosestellung, Disposition, Analysewerkzeuge, Methoden, Behandlungskonzepte und Prävention.

Hierfür setzten wir im Zuge der klinischen Tierpsychologie das ICD 11-System (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein. Ursprünglich entworfen, um Krankheiten beim Menschen zu ordnen und zu taxonomieren, ist es der ATN gelungen, dieses System für die psychischen Erkrankungen auch auf das Tier zu übertragen. Damit erweitern wir beim Tier die Kenntnisse um das, was verschlossen ist, nämlich um die subjektiven Phänomene, die beim Erleben der Krankheit bei Menschen und damit auch bei Tierhaltern wahrnehmbar sind.

Mehr erfahren zu Verhaltensberatung Ausbildung unter:

Mit dieser Kombination aus den Forschungsrichtungen Allgemeine Psychologie, Psychobiologie, Tierpersönlichkeits-Psychologie, Ausdrucksverhalten/Befindlichkeit und den Themen der Verhaltensbiologie steht dieser Lehrgang der Humanpsychologie einen großen Schritt näher als je zuvor und trägt den Namen Tierpsychologie zu Recht.

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